Schärfe Deine Sinne

psychologische Beratung - persönlich, individuell, lösungsorientiert

Get Adobe Flash player

über Demenz

Demenz - Führt der Weg ins Nirgendwo?

Ins Nirgendwo führt der Weg genau betrachtet nicht, denn wenn es gelingt der kleinsten Erinnerung, ja der winzigsten emotionalen Reaktion Bedeutung und Sinn beizumessen, gibt es schon kein Nirgendwo mehr.

Wir alle müssen lernen, wie es gelingen kann auch zu dementen Personen eine sinnreiche, erfüllende Beziehung zu gestalten. Was Demenzkranke erleben sollte im Vordergrund stehen.

Wie gesunde Personen und Angehörige die Veränderung eines Demenzkranken erleben fordert von ihnen viel Kraft und Mühe. Viele Dinge sind leichter, wenn wir sie annehmen. Der sogenannte Kampf gegen die Demenz macht es nicht leichter und er hält diese auch nicht auf. Vieles kann getan werden, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und dem Betroffenen den Alltag zu erleichtern.

Die Menschheit träumt seit jeher davon möglichst alt zu werden. Hier haben wir Dank moderner Medizin sehr viel erreicht. Wir haben jedoch momentan nicht die Möglichkeiten, gewisse mit dem Älterwerden verbundene Begleiterscheinungen, zu denen auch die Demenz gehört, nach unseren Wünschen zu behandeln. Und während wir nun versuchen gegen die Demenz zu kämpfen und darauf hoffen, dass ein Mittel gefunden wird, verrinnt die Zeit, die dem Demenzkranken und den Angehörigen noch bleibt, die sie noch gemeinsam erfüllt und sinnreich hätten verbringen können. Am Ende fühlen sich viele so, als hätten sie den Kampf verloren.

Nehmen sie den Kampf doch gar nicht erst auf, sondern akzeptieren die Demenz, lernen mit ihr umzugehen, dann wird es gelingen die verbleibende Zeit auch genießen zu können. Sie müssen lernen mit dem Verlust umzugehen, am besten indem sie ihre Gadanken vom Verlust abwenden. Wenden sie sich den Dingen zu die noch funktionieren, entdecken sie neue Möglichkeiten, seien sie kreativ, lassen sie ihrer Phantasie freien Lauf, alles ist möglich wenn wir das entsprechende Umfeld schaffen. Trauern wir nicht dem Verlust hinterher, widmen wir uns den Dingen die noch vorhanden sind und vor allem erfreuen wir uns an Kleinigkeiten, an hellen Momenten und daran, dass heute mal wieder etwas möglich war, was gestern nicht ging und vielleicht morgen schon nicht mehr möglich ist.

Wir leben mit dem Demenzkranken in gewisser Weise in einer Art Unwissenheit über sein eigenes Erleben, denn es kommt eine Zeit in der er uns nicht mehr mitteilen kann was in ihm vorgeht. Wir können es nur erahnen. Gewissheit gibt es darüber, das die vorhandenen Erinnerungen immer weiter in Richtung Kindheit rücken. Da wir aus dem geschichtlichen Hintergrund wissen in welcher Zeit, geprägt von Krieg, Hunger, Armut, Verbrechen, Mord und Vertreibung, unsere heutigen Demenzkranken aufgewachsen sind, lässt sich eventuell erahnen was in ihnen vorgeht, was sie eventuell abermals erleben und durchleben. Dies lässt so manche für uns wiedersinnige Handlung oder Äußerung bei entsprechender Betrachtung als sehr verständlich erscheinen.

Kämpfen Sie nicht dagegen an, helfen Sie ihrem Demenzkranken und wenn nötig lassen Sie sich dabei helfen. Scheuen Sie sich bitte nicht davor. Hilfe anzunehmen ist keine Schande, es erfordert sehr viel Mut und ich persönlich habe große Hochachtung davor, wenn jemand um Hilfe bittet. Lassen Sie es zu, dass Sie jemand dabei unterstützt, die verbleibende Zeit so schön und angenehm wie möglich zu gestalten.

Weitere Informationen zum Thema Demenz finden Sie in der Link-Sammlung Demenz.